Spielen ist (nicht) schwer #34

21.08.2017Kommentieren ...

Warum das Freispiel für Kinder so wichtig ist

Sinn des Blogs ist es ja euch eine Auswahl an Ideen aufzuzeigen, wie ihr als Nanny eure Zeit mit den Kindern gestalten könnt. Aber auch wenn ich täglich über diverse Bastel- und Backaktionen, Ausflugstipps und andere Aktivitäten berichte soll das nur als „Pott“ dienen, aus dem man hin und wieder eine Idee pickt. Ich kann mir gut vorstellen, dass ihr euch bestimmt schon über das straffe Programm gewundert habt! 😊 Aber dem ist ganz und gar nicht so, denn so oft es geht verbringen wir den (halben) Tag im „Gemütlichkeitsmodus“. Soll heissen, dass die Kinder Zeit dafür haben, ganz in Ruhe mit Playmobil, Lego & Co das halbe Kinderzimmer zu einer kleinen Stadt zu verbauen, sich ins Puppenspiel zu vertiefen oder in eigenständigen Mal- und Bastelaktionen zu versinken. Gestern beispielsweise war eine Freundin bei dem Mädchen, das ich betreue, zu Besuch und die beiden haben lange Zeit am Esstisch gemalt, geschnitten und geklebt (entstanden sind dabei von ganz alleine und ohne Input meinerseits süsse Schmetterlinge).

Ich achte darauf, dass die Kinder so viel Zeit wie möglich für freies Spiel haben.

Sei es alleine oder mit ihren Freunden. Soweit das eben möglich ist, denn leider ist die Zeit der grösseren Kids total durchgeplant mit Schule, Lernen und Hobbies. Ich finde, dass man lediglich mit den jüngeren Kindern noch die Zeit hat, den Tag wirklich „gemütlich“ zu verbringen und auch auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Denn die Kinder brauchen für freies Spiel eine Atmosphäre aus Zeit, Musse, Gelassenheit und Ruhe. Und es ist absolut nicht so, dass die Kinder „nur“ spielen, denn

  • Erlebnisse aus dem Alltag werden in das Spiel miteingebunden, so dass die Kinder u.a. auch Ängste oder Stress auf spielerische Weise verarbeiten.
  • im Spiel werden viele neue Fähigkeiten durch Ausprobieren und Nachmachen entwickelt oder bereits bestehende weiterentwickelt und verfestigt.
  • es werden u.a. auch Konzentration, Ausdauer und Kreativität gefördert
  • im Zusammenspiel mit Anderen schulen die Kinder ganz automatisch Kommunikation, Durchsetzungsvermögen und Rücksichtnahme.

Leider ist es in der heutigen Zeit für ganz viele Kinder total schwer, Langeweile auch mal auszuhalten. Und ich glaube, es ist auch für uns Erwachsene nicht leicht, den Kindern den Raum dazu zu lassen, sich zu langweilen und sich Zeit dafür zu nehmen, auf eigene Ideen zu kommen. Viel zu schnell macht man Vorschläge, bringt sich ein, bietet an, gibt vor oder nutzt Fernseher & Co als vermeintliche Lösung.

Was ist also unsere Aufgabe als Betreuungsperson?

Zeit und Raum für das Freispiel geben und einfach da sein für den Fall, dass das Kind bei etwas Hilfe benötigt, Trost oder auch eine neutrale Person beim Streit mit einem Freund an der Seite braucht.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen gemütlichen Tag und falls ihr mal eine kreative Idee für gemeinsame Zeit braucht, dann schaut euch gerne auf dem Blog um! 😊

Eure Lotte